Montag, Juli 07, 2008

Ruinen

Ruinen 

Langsam gehe ich durch die Ruinen, 
die einst mein Leben waren. 

überall Trümmer, Zerstörung und Staub. 

Tränen brennen in meinen Augen. 
Jeder Stein eine Erinnerung. 
Erinnerung an bessere Zeiten. 
Zeiten ohne Leid. 

Gab es diese Zeiten wirklich? 
Oder war es gar nur ein Traum? 
Nein, es war Wirklichkeit. 

Gewesen… 

Ich entdecke zwischen den Trümmern 
eine einzelne blühende rote Rose. 
Ihre Schönheit ist strahlend. 
Das einzige Leben zwischen den Ruinen. 

Schmerz, 
ich möchte schreien, doch kein Laut 
kommt über meine Lippen. 

Ich falle auf die Knie, 
die Steine sind kalt, 
die Tränen rennen unentwegt die Wangen hinab, 
halte die Rose zwischen meinen Händen. 
Das Einzige was blieb. 

Kirchenglocke läuten in der Ferne. 
Eine schwarze Gestalt erscheint hinter mir und 
spricht zu mir: 
„Komm, es ist nun Zeit für Dich zu gehen… 
Du musst loslassen.“ 

Doch ich will nicht, will bleiben. 
Versuche verzweifelt jeden einzelnen Stein 
wieder aufeinander zu setzen. 
Irgendwie muss sie doch zurückkommen – 
Die Zeit, in der die Seele lächelte. 

Die schwarze Gestalt fasst meinen Arm. 
Kälte durchströmt mich. 
„Ich will nicht, bitte lass mich hier.“ 
„Du musst loslassen, es hat keinen Sinn.“ 

Ich weiß, es gibt kein zurück. 
Ich pflückte das Letzte was mir geblieben ist. 
Und drückte sie fest ans Herz. 

Dann stehe ich auf. 
Folgte der schwarzen Gestalt 
mit schweren Schritten. 

Ein allerletzter Blick zurück… 

Und über den Ruinen 
steht nur ein einziges Wort 

„Gewesen“ 


© Alexandra B.
entstanden im Jahre 2002 


Dies ist die Originalversion meines Textes "Ruinen", den ich hier am 01. Juni geblogt habe.


Depressionen

Stumme Schreie in der Nacht verhallen unbemerkt.
Leise Tränen in der Nacht fließen unentdeckt.
Der Schmerz sitzt tief und unergründlich.
Er verschluckt einen wie die Nacht, die sich über die Welt legt.
Kein Stern, kein Mond weisen einem den Weg.
Man irrt in der Dunkelheit umher.
Man sieht nichts und fällt.
Fällt in ein großes düsteres Loch
und findet keinen Halt mehr.
Deshalb fällt man immer weiter
und wartet auf den Boden,
der einen für immer von den Schmerzen der Seele erlöst.
Doch nichts geschieht - Keine Erlösung.
Man ist einfach machtlos und fällt immer tiefer
und tiefer und tiefer ...

© Alexandra B.
entstanden im Jahr 1997
Dunkelheit und Licht 

Es ist dunkel und eisig kalt,
als ich die Strassen entlang laufe.
Das einzige Licht,
welches die Nacht erhellt,
ist das Licht,
das aus den Häusern dringt.
Ich blicke in Fenster,
und sehe in Welten,
die mir fremd sind.
Sehe nicht nur Licht, sondern
auch Wärme und Geborgenheit.
Schnell wende ich meinen Blick ab
und irre weiter
in der Dunkelheit umher.
Leise Tränen fließen über die Wangen
und brennen sich ins Herz.
Ich würde so gerne ins Licht.
Doch bin gefangen...
gefangen in meiner eigenen Kälte und Dunkelheit.
Wo ist bloß das Licht geblieben,
welches einst für mich schien?

© Alexandra B.
entstanden 18. Juli 2002