Samstag, Mai 31, 2008

Geschichten

Die Möwe


Nördlich von Island, im Nordmeer,
sah ich sie über das Wasser ziehen,


eine weiße Möwe,
wie sie einer einsamen Felseninsel zuflog.


Sie hat es gut. Sie kann fliegen.


Wenn ich an dich denke,
dann bleibt mir nichts als meine Gedanken
und mein Herz, um bei dir zu sein.


Aber manchmal habe ich
einen seltsamen Wunsch.
Einen törichten, ich weiß.


Ich möchte irgend etwas tun,
das du in der Ferne empfindest,
möchte ein Wort sagen,
das wirklich bis an dein Ohr dringt.


Ich wär so gern ein Vogel.


Ein Vogel, der über Land und Meer,
mit einem Flügelschlag sozusagen,
zu dir kommt.


Einmal sah ich in einer riesigen Felsenschlucht
eine einzelne Möwe.


Ihr Gefieder glänzte,
als wollte sie sagen: Droben ist die Sonne!


Wie ein Engel fuhr sie herab
in die tiefen Schatten,
als wäre sie ein Bote des Lichts.


Wie diese eine kleine Möwe,
so würde auch ich gerne
dem Horizont entgegen fliegen.


Den Alltag hinter mich lassen.
Einfach frei und ungebunden,
das Leben genießen


und in deiner Nähe sein.


(c) Alexandra B.,
Geschrieben im Jahre 1998

Morgenstund

Morgenrot der Zuversicht

Ein wunderbarer Augenblick
vom stillen Glück erkoren
im Morgenrot der Zuversicht
wird immer neu geboren.

Dr. Ingrid Riedl (*1945)

Freitag, Mai 30, 2008

Gedichtesammlung...

Heinrich Heine

Das Glück ist eine leichte Dirne
und weilt nicht gern am gleichen Ort.
Sie streicht das Haar sich von der Stirne
und küßt dich rasch und flattert fort.
Frau Unglück hat im Gegenteile
dich liebevoll ans Herz gedrückt.
Sie sagt, sie habe keine Eile,
setzt sich zu dir ans Bett und strickt.

Theodor Fontane

Tröste dich, die Stunden eilen,
und was all dich drücken mag,
Auch das Schlimmste kann nicht weilen,
und es kommt ein andrer Tag.

In dem ew'gen Kommen, Schwinden,
wie der Schmerz liegt auch das Glück,
Und auch heitre Bilder finden
ihren Weg zu dir zurück.

Harre, hoffe. Nicht vergebens
zählest du der Stunden Schlag:
Wechsel ist das Los des Lebens,
und es kommt ein andrer Tag.

Johann Wolfgang von Goethe

Dämmrung senkte sich von oben,
Schon ist alle Nähe fern;
Doch zuerst emporgehoben
Holden Lichts der Abendstern!
Alles schwankt ins Ungewisse,
Nebel schleichen in die Höh;
Schwarzvertiefte Finsternisse
Widerspiegelnd ruht der See.

Nun im östlichen Bereiche
Ahnd ich Mondenglanz und -glut,
Schlanker Weiden Haargezweige
Scherzen auf der nächsten Flut.
Durch bewegter Schatten Spiele
Zittert Lunas Zauberschein
Und durchs Auge schleicht die Kühle
Sänftigend ins Herz hinein.

Lieblingssong

Eben habe ich mal wieder einen meiner Lieblingssongs gehört...
Wolfsheim - Kein Zurück

Es gibt keinen Weg zurück
Weißt du noch, wie´s war
Kinderzeit, wunderbar
Die Welt ist bunt und schön
Bis du irgendwann begreifst,
Dass nicht jeder Abschied heißt
Es gibt auch ein Wiederseh´n.

Refrain:
Immer vorwärts, Schritt um Schritt
Es gibt keinen Weg zurück
Was jetzt ist, wird nie mehr ungescheh´n
Die Zeit läuft uns davon
Was getan ist, ist getan
Was jetzt ist, wird nie mehr so gescheh´n.

Es gibt keinen Weg zurück

Ein Wort zu viel im Zorn gesagt
Einen Schritt zu weit nach vorn gewagt
Schon ist es vorbei
Was auch immer jetzt getan
Was ich gesagt, hab ist gesagt
Was wie ewig schien, ist schon Vergangenheit.

Refain:
Immer vorwärts, Schritt um Schritt
Es gibt keinen Weg zurück
Was jetzt ist, wird nie mehr ungescheh´n
Die Zeit läuft uns davon
Was getan ist, ist getan
Was jetzt ist, wird nie mehr so gescheh´n.

Ach und könnt´ich doch nur ein einz´ges Mal
Die Uhren rückwärts dreh´n
Denn wie viel von dem, was ich heute weiß,
Hätt´ich lieber nie geseh´n.

Es gibt keinen Weg zurück

Dein Leben dreht sich nur im Kreis
So voll von weggeworfener Zeit
Deine Träume schiebst du endlos vor dir her
Du willst noch leben irgendwann
Doch wenn nicht heute, wann denn dann?
Denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange.

Refrain:
Immer vorwärts, Schritt um Schritt
Es gibt keinen Weg zurück
Was jetzt ist, wird nie mehr ungescheh´n
Die Zeit läuft uns davon
Was getan ist, ist getan
Was jetzt ist, wird nie mehr so gescheh´n.

Ach und könnt´ich doch nur ein einz´ges Mal
Die Uhren rückwärts dreh´n
Denn wie viel von dem, was ich heute weiß,
Hätt´ich lieber nie geseh´n.

Donnerstag, Mai 29, 2008


Winter im Herz


Seelentränen,
blutrot und warm,
rinnen langsam in die Täler.


Wind weht,
Seelenscherben fallen klirrend zu Boden -
zerplatzte Träume, zerronnene Hoffnung.


Nur die Liebe bleibt,
heilt.


Winter im Herz,
man fühlt den Sommer sterben.


Es riecht nach Verderben,
die dunklen Wolken hängen tief,
Trauer erfüllt die Luft.


Gedankensplitter,
Erinnerung.


Kälte, überall.
Seelentränen gefrieren -
Eistränen.


Der erste Schnee fällt
und verdeckt.


Frühling...
Soweit weg und unerreichbar fern.


Doch er wird kommen, irgendwann.
Die Hoffnung wird wieder blühen.
Bäume werden wieder Träume tragen.
Zukunft wird wachsen.

Irgendwann...
Irgendwann...

...wenn die Sonnenstrahlen wieder Wärme schenken.


© Alexandra B.,
geschrieben im Jahr 2002


Mittwoch, Mai 28, 2008

Gute Nacht...



Nacht

Nacht ist schon hereingesunken,
Schließt sich heilig Stern an Stern,
Große Lichter, kleine Funken
Glitzern nah und glänzen fern;

Glitzern hier im See sich spiegelnd,
Glänzen droben klarer Nacht,
Tiefsten Ruhens Glück besiegelnd
Herrscht des Mondes volle Pracht.

Johann Wolfgang von Goethe

Eine Ode an den Herbst



Ein neuer Morgen

Die Sonne erhebt sich über
dem Gebirge.

Ihre sanften Strahlen wirft sie
wie einen Schleier über die Welt,
erweckt alles Leben auf's Neue.

Die Blätter der Bäume funkeln
golden in ihrem Schein.

Feen und Elfen tanzen
in den Lüften und feiern
den neuen Morgen.

Der Tau auf dem Gras
glitzert wie tausende Diamaten
- Tränen geweint von Feen, geweint wegen
dem Leid, der Grausamkeit und Kälte
die auf Erden herrscht.

Dunstschwaden steigen aus dem
Fluß empor.

Der nahende Herbst ist nicht mehr
zu leugnen.

Tiefe Glückseligkeit legt sich bei diesem
Anblick über das Herz.

Keine Worte können die unendliche
Schönheit dieses Morgens beschreiben.

Es ist ein großes Geschenk,
welches wohl kaum einer mehr wahrnimmt...


© Alexandra B.,
geschrieben am 13.09.2002

Eine meiner ersten Geschichten, Kitsch pur.


Morgengrauen


Die aufgehende Sonne kämpfte sich sanft durch meine Vorhänge und schien mir ins Gesicht. Dadurch war ich heute morgen schon früh aufgewacht. Als ich langsam meine Augen aufschlug, blickte ich in ein selig schlafendes Gesicht. Unweigerlich mußte ich lächeln, denn ich wusste, auch meine Liebe war erneut erwacht.

Zärtlich hauchte ich ihm einen Kuss auf die Wange. Dabei stieg mir unweigerlich sein erotischer Duft in die Nase und ich spürte mal wieder die alt bekannten Schmetterling im Bauch. Ich kuschelte mich zärtlich an seine Brust und genoß den Augenblick.

Doch der Gesang der Vögel ließ mir keine Ruhe - Ich verspürte den unbändigen Drang zu ihnen gehören zu wollen und mit ihnen den neuen Morgen zu feiern.

Deshalb entzog ich mich langsam und behutsam seiner zärtlichen Umarmung, bedacht ihn nicht zu wecken. Ich stieg leise aus dem Bett und warf den Morgenmantel über meinen nackten, noch vom Bett gewärmten Körper.

So schritt ich in den Garten und als meine nackten Füße das vom Tau nasse Gras betraten, war ich sofort umgeben von Rosen und wilden Orchideen. Die frische Morgenluft ließ einen

kurzen Schauer über meinen Rücken laufen, doch das störte mich nicht weiter - Ich fühlte mich als wäre ich eins mit der Natur. Ich sog den Duft, der sich der Sonne öffnenden Blüten ein und ließ meinen Blick durch den Garten schweifen.

Der wunderschöne Septembermorgen, der von meinem Auge erblickt wurde, glich einem Gemälde und diese umwerfende Schönheit der Natur ließ mich zärtlich erschaudern.

Der Weiher, der ungefähr in der Mitte des Gartens lag, war umgeben von hohen Obstbäumen. Sie streckten ihre langen, zarten Äste der aufgehenden, roten Sonne entgegen, als wollten sie diese begrüßen. Gleichzeitig waren sie vom sanften Morgennebel eingehüllt, wie in ein schützendes Gewand.

Ich schritt zum Ufer des Weiher und blickte in das ruhige Wasser, daß von der Morgenröte in ein warmes, zartes Rot getaucht wurde. Der Tau der von den Bäumen tropfte, sammelte

sich in den Blütenblätter der Rosen und bildete kleine Seen, die dann als dicke schwere Tropfen zu Boden fielen. Hier und da saßen kleine Meisen im feuchten Gras und badeten im frischen Tau.

Plötzlich ließ mich die kalte Morgenluft erzittern, doch die Luft war so wunderbar frisch und klar, dass ich gar nicht daran dachte wieder ins Haus zu gehen.

Statt dessen wanderte mein Blick über den Weiher, auf dem sich mittlerweile ein Schwanenpaar niedergelassen hatte, um dort seine morgendlichen Runden zu ziehen - wie gerne wäre ich manchmal doch so wie dieses Schwanenpaar - einfach frei und ungebunden ! Ich war wie in Trance - verzaubert von der Schönheit der Natur! Mein Blick glitt weiter zu den großen Obstbäumen. Ihre Blätter hüllten sich langsam in das lustige Farbspiel des Herbstes und die ersten fielen langsam zu Boden.

Langsam begann sich auch der Nebel zu lichten und gab den strahlend blauen Himmel frei. Die Sonnenstrahlen gewannen an Kraft und wärmten meinen auskühlten Körper.

Die Luft war erfüllt von Wärme und dem süßlichen Duft der Blumen.

Plötzlich wurde mir mal wieder schmerzlich bewusst, wie vergänglich die Zeit doch ist und wie schnell sie an uns vor übereilt, ohne, dass wir etwas dagegen tun können.

Schon wieder war das Jahr fast vorüber, und es schien mir als hätte ich gar nicht richtig gelebt. Doch ich versuchte diese Gedanken zu verdrängen, um den Augenblick wieder zu genießen. Ich schloss die Augen und atmete tief die duftende Morgenluft ein.

Auf einmal spürte ich, wie warme, kräftige Arme meine Taille umschlossen. Komischer Weise erschrak ich nicht, denn die Wärme und der Duft kamen mir so unheimlich bekannt vor. Ich spürte, wie sich sein Gesicht in meine Haare wühlte und ein warmer, zärtlicher Atemzug streifte meinen Nacken, gefolgt von einem unglaublich zärtlich gehauchten Kuss. Ein wohliger Schauer durch fuhr meinen Körper!

Ich blickte mich um und schaute in diese warmen, von Zärtlichkeit erfüllten braunen Rehaugen, die mir Tag für Tag immer wieder neue Geheimnisse aufgaben. In diesem Augenblick wußte ich, wir gehörten zusammen, wie das Spiel der Jahreszeiten.

Ich strich zärtlich durch seine weiche, braune Lockenmähne, küsste ihn sanft zur Begrüßung und spürte, wie wir ineinander verschmolzen . . .

...und der Nebel nahm die Liebenden in seine schützenden Arme ! ! !


(c) Alexandra B.,
geschrieben im Jahr 1998


Zitate zum Thema "Erinnerung"



Vergiß die schönen Tage nicht! Wenn alles finster erscheint, wenn Bitterkeit dein Herz überschwemmt, wenn alle Hoffnung verkümmert, dann suche die schönen Tage in deiner Erinnerung. Die Tage, da du voller Freude und Vertrauen warst; die Tage, da alles gut war. Vergiß die schönen Tage nicht! Denn wenn du sie vergißt, dann kommen sie niemals wieder.

© Phil Bosmans (*1922), belgischer Ordenspriester, Telefonseelsorger und Schriftsteller, »der moderne Franziskus«



Es gibt schmerzhafte Erinnerungen, die uns wirklichen, körperlichen Schmerz verursachen; fast jeder Mensch hat solche Erinnerungen, nur vergessen die Menschen sie gewöhnlich. Aber dann geschieht es bisweilen, dass sie ihnen plötzlich wieder einfallen, wenn es auch nur irgendein kleiner Zug ist, der ihnen einfällt, und dann können sie die Erinnerungen nicht mehr abschütteln.

(c) Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821 - 1881), russischer Romanautor und genialer Menschengestalter
Quelle : »Der Jüngling«

Gedankenstürme

Dieser Blog soll dazu dienen meinen Gedanken, meiner Poesie und meinen Lieblingsgedichten einen Platz zu geben.

Wer auch immer sich hier her verirren wird, dem wünsche ich viel Spaß beim Lesen.

Lieben Gruß,
Alex